Schwerpunkt Arthroskopische Gelenkchirurgie

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Schulter- und Kniegelenksoperationen

Eine Vielzahl der Schulter- und Kniegelenksoperationen werden heute endoskopisch durchgeführt. Hierbei erfolgt der Eingriff mit Hilfe kleiner Instrumente unter Videokamerakontrolle über kleine Hautschnitte. Dieses Spezialgebiet hat sich enorm entwickelt, nicht zuletzt aufgrund hochspezialisierter High-Tech-Verfahren.

Selbst komplizierte Operationen, wie die nach einer Kreuzbandverletzung am Kniegelenk, sind möglich. Zur Routine gehören mittlerweile die Behebung der häufig vorkommenden Meniskusschäden am Kniegelenk oder die Operation der sog. Schultersteife, der Kalkschulter oder Verletzungen oder Verschleißschäden an den Muskelansätzen des Oberarmkopfes.

Wir freuen uns sehr, dass wir ab Oktober 2011 einen auf diesem Gebiet außerordentlich erfahrenen und versierten Spezialisten für unser ärztliches Team gewinnen konnten und ab Herbst 2011 diese Eingriffe ambulant anbieten werden. Unser operatives Spektrum wird sich dadurch erheblich erweitern und wir sind froh darüber, dass wir damit eine große Lücke bei der Versorgung unfall- und verschleißbedingter Schäden an Schulter- und Kniegelenk schließen können.

Arthroskopie der Schulter und des Kniegelenkes, was ist das?

Im Folgenden werden verschiedene arthroskopische Operationsmethoden bei speziellen Erkrankungen und Verletzungen detailliert für besonders interessierte Patientinnen und Patienten erläutert:

Verletzung der Rotatorenmanschette der Schulter (Ansatz der Drehmuskulatur am Oberarmkopf)

Nach kernspintomografischer Sicherung der Diagnose einer solchen Verletzung wird folgendes Nahtverfahren durchgeführt: Der Eingriff erfolgt über zwei kleine Schnitte (sog. Schlüssellochchirurgie) mit Hilfe spezieller arthroskopischer Instrumente unter Videokontrolle über eine Optik, die in das Gelenk eingeführt wird. Die abgerissene Muskelmanschette wird wieder an den Oberarmkopf angelagert und durch zwei oder vier Nahtanker am Oberarmkopf fixiert. Um eine übungsstabile Situation zu schaffen, sind diese Nahtanker mit extrem reißfesten Fäden bestückt, die durch die Rotatorenmanschette geführt werden und arthroskopisch über dieser geknüpft werden. Um ein stabiles Einheilen zu ermöglichen, ist nach der OP eine vorübergehende Ruhigstellung der betroffenen Schulter in einem Klettverband erforderlich. Die eingebrachte Drainage (Absaugschlauch für Wundsekret) wird am ersten Tag nach der OP entfernt.

Verletzungen der Gelenkknorpellippe (Labrum glenoidale)

Es kann nach einer Schulterverrenkung ("ausgekugelte Schulter") eine Knorpellippe an der Schulterpfanne abgerissen sein. Die Klärung erfolgt mittels einer MRT-Untersuchung ( Magnetresonanz-Tomograpie) beim Radiologen. Diese Verletzung sollte, um einer nochmaligen Verrenkung vorzubeugen, repariert werden. Auch dies geschieht mit Nahtankern. Hierbei werden zwei oder drei Nahtanker eingebracht, die ebenfalls arthroskopisch geknüpft werden. Dazu sind insgesamt drei kleine Hautschnitte ("Knopflöcher") erforderlich. Die eingebrachte Drainage wird am ersten Tag nach der OP entfernt.

Impingementsyndrom der Schulter (schmerzhafte, chronische Schultersteife)

Sollte verschleißbedingt ein Schulterenge-Syndrom (Impingement-Syndrom) der Schulter vorliegen, so spielt sich dieses Problem in dem Spalt zwischen Oberarmkopf und der Unterseite des Schulterdaches, welches von einem Teil des Schulterblattes gebildet wird, ab. Hier entsteht durch Gewebeschwellung und Entzündung eine schmerzhafte Enge, die sich besonders bei Anheben des Armes zur Seite unangenehm bemerkbar macht. Es ist arthroskopisch möglich, diesen Bewegungsraum durch Abfräsen der Unterseite der Schulterhöhe zu erweitern und somit die Ursache der Beschwerden zu beseitigen. Hiernach ist eine Ruhigstellung für drei bis fünf Tage im Klettverband erforderlich. Die eingebrachte Drainage wird am ersten Tag nach der OP entfernt. Es werden anschließend krankengymnastische Übungsbehandlungen verordnet.

Meniskusschäden des Kniegelenkes, Knorpelschäden, Freie Gelenkkörper

Bei Schäden oder Verletzungen des Kniegelenkes ist es bereits seit vielen Jahren üblich, diese mittels einer Gelenkspiegelung zu therapieren. Hierbei können verschleißbedingte Knorpel- oder Meniskusschäden repariert werden, durch Abrieb entstandene "freie Gelenkkörper" oder ein regelmäßig auftretender Gelenkerguß ausgespült werden. Nach der OP ist eine Thromboseprophylaxe (Vorbeugung gegen Blutgerinnselbildung im Bein mittels einer Spritze in die Bauchhaut) erforderlich, da das betroffene Bein für ein paar Tage nicht voll belastet werden darf. Eine Drainage ist nicht erforderlich.

Naht eines Meniskusrisses im Kniegelenk, Knorpelverletzungen

Unfallbedingte Knieschäden können arthroskopisch repariert werden. So werden Meniskusrisse wieder angelagert und durch Fadenanker (s.o.) miteinander verbunden. Danach ist eine Teilbelastung von bis zu sechs Wochen nötig, um Druck auf den rekonstruierten Meniskus zu vermeiden. Gegebenenfalls ist auch das Tragen einer Klettbandschiene erforderlich. Eine Thromboseprophylaxe ist bis zur Vollbelastung des betroffenen Beins wichtig. Eine Drainage wird nicht eingelegt.

In gleicher Weise können auch ausgesprengte größere Knorpelstücke wieder angelagert und durch (sich selbst auflösende) Stifte fixiert werden.

Riss des vorderen Kreuzbandes am Kniegelenk

Bei einer Verletzung des vorderen Kreuzbandes ist ein höherer Aufwand erforderlich. Weil das vordere Kreuzband jenseits des Kindesalters durch eine Naht nicht zusammenheilt, sollte es bei Verletzten (unter einer Altersgrenze von ca. 55 Jahren) ersetzt werden, um einen verfrühten Verschleiß des Kniegelenkes zu verhindern.

Dazu ist jedoch vor der Kreuzbandersatzoperation ein intensiver Muskelaufbau der Oberschenkelstreckmuskulatur durch einen Physiotherapeuten(-in) erforderlich. Es gibt verschiedene Methoden, das vordere Kreuzband zu ersetzten. Bei uns wird der Ersatz durch eine körpereigene Sehne, die am gleichseitigen Kniegelenk entnommen wird, bevorzugt. Dieses „Ersatzband“ wird dann mit zwei Schrauben (wahlweise selbstauflösende Spezialschrauben) innerhalb des Kniegelenkes verankert. Die entnommene Sehne übernimmt in vollem Umfang die Aufgabe des vorderen Kreuzbandes und stabilisiert so das Kniegelenk. Nach dieser Operation sind das Tragen einer Bewegungsschiene sowie eine intensive Krankengymnastik zum Muskelaufbau und zur Verbesserung der Beweglichkeit erforderlich. Ebenso ist eine Thromboseprophylaxe notwendig. Eine Drainage wird meistens nicht eingelegt.

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