Schwerpunkt Handchirurgie

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Operationen an der Hand

Die meisten Handoperationen sind sehr gut ambulant durchführbar, weil sie nach der OP die Selbständigkeit wenig einschränken. Zudem kann die Hand relativ einfach mit einem Gipsverband geschient werden, der Schmerzen verhindern hilft und die operierte Hand gut schützt.

Die Dupuytrensche Kontraktur (Strangbildung der Hohlhand und der Finger):

Die Krankheit ist nach ihrem Erstbeschreiber, einem Chirurgen namens Dupuytren, benannt und hat, was oft fälschlich vom Laien angenommen wird, nichts mit den Sehnen zu tun. Es handelt sich um Bindegewebestränge unter der Haut. Diese können allerdings zu einer Verkrümmung von Fingern führen und die Funktion der Hand behindern. Wenn das der Fall ist, sollte operiert werden. Eine andere Art der Behandlung gibt es nicht. Dabei wird in örtlicher Betäubung des ganzen Armes -oder wahlweise in Vollnarkose- das verhärtete Bindegewebe über einen Hautschnitt herausgelöst. Danach kann der gekrümmte Finger wieder gerade gemacht werden. Nach der OP ca. 3 Tage Gipsverband, danach nur noch ein kleiner Schutzverband. Die Wundheilung dauert ca. 2-3 Wochen.

Das Carpaltunnelsyndrom - Einschlafen der Finger und der Hand

Es handelt sich um eine Nerveneinengung des Mittelnerven (lat. Nervus medianus). Diese findet an der Beugeseite des Handgelenkes zwischen dem Daumenballen und dem Kleinfingerballen statt. Meist ist eine chronische Überlastung der Hand die Ursache oder Sehnenscheidenentzündungen, gelegentlich auch Verletzungen. Diese Krankheit ist sehr verbreitet und die Symptome sind meist typisch: Einschlafen der Hand meist nachts, auch mit Schmerzen, Kribbeln in den Fingerspitzen, Schmerzausstrahlung in den Arm, Kraftlosigkeit der Hand (Dinge fallen manchmal aus der Hand).

Prinzip der Operation ist die Entlastung des Nerven am Handgelenk, welcher eingeklemmt ist. Dies geschieht, indem unter der Haut ein Band, welches ca. 3 cm lang ist, durchtrennt wird. Dieser Eingriff ist endoskopisch (über 2 kleine Hautschnitte mit einem optischen Gerät und Videokontrolle) möglich, die nach Abheilung nur noch kaum sichtbare Narben hinterlassen.
Die Ergebnisse dieser Methode sind sehr gut und in vielen Fällen sind schon nach wenigen Tagen die lästigen Beschwerden verschwunden. Die endoskopische Methode wird von einigen von uns seit 1991 praktiziert und wir blicken auf tausende solcher Eingriffe zurück. In dieser Zeit hat es nie schwerwiegende Komplikationen gegeben. In unserer Hand ist es demnach eine sehr sichere Methode. Obgleich herkömmliche Methoden mit „offener“ Entlastung des Nerven ähnliche Langzeitergebnisse erbringen, sind diese bei uns -bis auf wenige Ausnahmen- von der sog. „Schlüssellochchirurgie“ fast vollständig verdrängt worden. Wir haben aber auch ausgesprochen gute Erfahrungen damit gemacht, was uns unsere Patienten auch regelmäßig bestätigen. Sehr kritisch sind wir immer noch gegenüber den konservativen Behandlungsversuchen eingestellt (Spritzen, Medikamente, Schienenbehandlung Ultraschall etc.) Diese bringen fast immer keine dauerhafte Heilung. Nachbehandlung nach der OP:
2-3 Tage Gipsschiene, danach 2 kleine Pflaster bis zum Fädenziehen nach 8 Tagen. Leichte Arbeiten sind mit der Hand nach einigen Tagen möglich, schwere Arbeit nach 3-4 Wochen.

Überbeine (Ganglien):

Überbeine sind nicht, wie der Name vermuten lässt, knöcherne Vorwölbungen, sondern flüssigkeitsgefüllte Hohlräume der Gelenkkapsel oder der Sehnenscheiden (die Sehnen umgebendes Gewebe). Die Flüssigkeit ist wie gallertige Gelenkschmiere. Manche zerdrücken diese Knoten mit Gewalt oder pieken sie mit einer Nadel an (Kanüle) und ziehen die Flüssigkeit ab (bitte nicht selbst versuchen!) Der Effekt ist ohnehin leider nur von kurzer Dauer, weil sich diese Gebilde wieder auffüllen und sie somit wiederkommen.
Die Operation besteht darin, diese Knoten vollständig zu entfernen. (Vollnarkose oder örtliche Betäubung). Danach meist vorübergehende Ruhigstellung im Gipsverband (oder Kunststoffverband, weil leichter und bequemer). Das Risiko eines erneuten Auftretens ist nicht unwesentlich.

Schnappfinger (Tendosynovitis stenosans)

Dieses lästige und schmerzhafte Krankheitsbild besteht in einer (oft morgendlichen) Bewegungsstörung eines Fingers, das Strecken des Fingers verursacht gelegentlich oder ständig ein Schnappen, welches schmerzt. Die Ursache ist ein enges Sehnenbändchen, welches sich mittels eines relativ kleinen Eingriffes operieren lässt. Danach verschwinden die Symptome dauerhaft. Auch hier zeigt die Erfahrung, dass Kortisonspritzen das Problem meist nicht dauerhaft beseitigen können, so dass die operative Behandlung sicherer erscheint.

Es gibt noch einige Vielzahl anderer Erkrankungen der Sehnen und Sehnenscheiden, aber auch der Knochen oder der Gelenke der Hand, die gelegentlich operativer Maßnahmen bedürfen können. Dazu kommen die Folgen von Verletzungen der Hand, bei denen Operationen die Funktion der Hand erhalten können.

An dieser Stelle sollten nur die häufigsten Erwähnung finden.

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